Einstieg in Instructional Design & E-Learning
by Amanda Rosengarth, Co-Founder / Maßnahmenleitung
Wenn Berufserfahrung eine neue Richtung bekommt
Nach einem Workshop bleibt eine Frage hängen: Haben die Teilnehmenden wirklich etwas gelernt oder war die Präsentation einfach nicht gut?
Für eine Trainerin könnte hier der Einstieg ins Instructional Design beginnen. Für eine Kommunikationsdesignerin ist es vielleicht ein anderer Moment: Sie hat komplexe Informationen verständlich aufbereitet und möchte nun erreichen, dass Menschen damit auch praktisch arbeiten können.
Beide bringen etwas mit, das für die Gestaltung von Lernangeboten wertvoll ist. Die eine versteht Lernprozesse, die andere weiß, wie Inhalte Struktur und Aufmerksamkeit bekommen. Instructional Design verbindet diese Perspektiven mit einer systematischen Frage: Was brauchen Menschen, um etwas Neues zu können?
Ein Berufsfeld mit unterschiedlichen Zugängen
Wer als Lehrerin, Pädagogin oder Dozentin gearbeitet hat, kennt Situationen, in denen eine Erklärung allein nicht weiterhilft. Es braucht ein Beispiel, eine Übung oder eine andere Rückmeldung. Im Instructional Design lässt sich diese Erfahrung auf digitale Lernangebote übertragen.
Menschen aus Redaktion, Medien und Design bringen andere Grundlagen mit: Sie können recherchieren, Inhalte gewichten und Geschichten verständlich erzählen. Beim Quereinstieg kommt die didaktische Perspektive hinzu: Welche Aufgabe hilft beim Lernen? Wie viel Vorwissen darf ich voraussetzen? Woran erkenne ich Fortschritt?
Auch Erfahrungen aus Personalentwicklung oder einem bestimmten Fachgebiet können ein Ausgangspunkt sein. Entscheidend ist, die eigenen Kenntnisse um das zu ergänzen, was für professionelle Lerngestaltung noch fehlt.
Warum diese Fähigkeit Zukunft hat
Stellen wir uns vor, ein Team soll eine neue Software nutzen. Alle haben eine Anleitung erhalten. Trotzdem entstehen im Alltag Fehler. Eine Instructional Designerin untersucht, wo die Schwierigkeiten liegen, und entwickelt passende Lerngelegenheiten – beispielsweise eine realistische Aufgabe mit erklärendem Feedback.
Dahinter steht Lernforschung: Aktives Abrufen und zeitlich verteiltes Üben können den Wissenserwerb unterstützen. Gute Lernangebote schaffen deshalb Gelegenheiten, sich zu erinnern, Entscheidungen zu treffen und erneut zu üben. Dunlosky et al., 2013
Dass diese Kompetenz zukunftsrelevant ist, lässt sich aus dem beruflichen Wandel ableiten. Im Future of Jobs Report 2025 erwarten Arbeitgeber eine wachsende Bedeutung von technologischem Verständnis und lebenslangem Lernen. Wie sich daraus einzelne Stellen entwickeln, bleibt offen. Menschen beim Erwerb neuer Fähigkeiten zu unterstützen, bleibt jedoch eine wichtige Aufgabe. World Economic Forum, 2025
Wann eine Weiterbildung sinnvoll wird
Für die Trainerin oder Designerin aus unserem Beispiel entsteht irgendwann eine Lücke zwischen Interesse und Umsetzung: Sie hat Ideen für einen Onlinekurs, braucht aber einen nachvollziehbaren Entwicklungsprozess und Erfahrung mit digitalen Werkzeugen.
Hier kann eine Weiterbildung ansetzen. Sie bietet einen Rahmen, um Lernbedarfe zu analysieren, Aufgaben zu entwickeln und einen Entwurf mit anderen zu überprüfen. Die Weiterbildung für E-Learning und Instructional Design bei TavaLab sieht dafür ein eigenes Portfolio-Projekt vor; eine pädagogische Ausbildung ist keine Voraussetzung.
Der Quereinstieg beginnt damit häufig bei einer vertrauten Erfahrung: Man hat anderen schon oft etwas erklärt und möchte genauer verstehen, wie daraus nachhaltiges Lernen wird.
Dieser Beitrag ist auch auf Amandas Substack erschienen.
