Instructional Design & E-Learning

by Amanda Rosengarth, Co-Founder / Maßnahmenleitung

Welche Berufe stecken dahinter?

Du öffnest eine Stellenbörse und suchst nach einer neuen beruflichen Richtung. Du möchtest Inhalte entwickeln, mit digitalen Medien arbeiten und Menschen beim Lernen unterstützen.

Dann begegnen dir Begriffe wie Instructional Designerin, E-Learning-Autorin oder Learning Experience Designerin. Die Beschreibungen klingen ähnlich. Trotzdem stellst du dir bei jeder Stelle einen etwas anderen Arbeitsalltag vor.

Damit liegst du richtig. Instructional Design umfasst Fähigkeiten, die in verschiedene Tätigkeiten führen können. Wie breit das Feld ist, zeigt auch das internationale Kompetenzmodell des IBSTPI: Es verbindet die Analyse von Lernbedarfen mit Konzeption, Medienentwicklung, Beratung und Evaluation. IBSTPI: Instructional Designer Competencies

Wie unterscheiden sich diese Aufgaben? Stellen wir uns ein Unternehmen vor, das neue Mitarbeitende einarbeiten möchte.

Die Instructional Designerin entwickelt das Lernkonzept

Bisher bekommen neue Kolleginnen am ersten Tag einen Ordner voller Informationen. Nach zwei Wochen bleiben viele Fragen offen.

Die Instructional Designerin spricht mit Mitarbeitenden und Fachverantwortlichen. Was müssen Neue zuerst können? Welche Fehler passieren häufig? Wo brauchen sie Übung?

Daraus entwickelt sie einen Lernweg mit passenden Aufgaben und Rückmeldungen. Diese Tätigkeit könnte dir liegen, wenn du gerne Zusammenhänge analysierst, Fragen stellst und komplexe Themen strukturierst. Erfahrungen aus Unterricht, Training oder Fachberatung bieten dafür Anknüpfungspunkte.

Die E-Learning-Autorin setzt Lernangebote um

Aus dem Konzept soll nun ein digitaler Kurs entstehen. Die E-Learning-Autorin entwickelt verständliche Texte, gestaltet interaktive Übungen und verbindet Bilder, Audio oder Videos zu einem Lernangebot.

Vielleicht kommt sie ursprünglich aus Redaktion, Kommunikation oder Mediengestaltung. Ihre Erfahrung hilft ihr, Inhalte aufzubereiten. Dazu kommen Kenntnisse über didaktische Gestaltung und die verwendeten Autorentools.

Wenn du gerne etwas konkret umsetzt und an Formulierungen, Abläufen und Details arbeitest, könnte hier dein Schwerpunkt liegen.

Die Learning Experience Designerin betrachtet das Lernerlebnis

Beim Testen zeigt sich: Der Kurs ist verständlich, aber neue Mitarbeitende finden ihn auf der Lernplattform kaum. Manche wissen außerdem nicht, an wen sie sich bei Fragen wenden können.

Die Learning Experience Designerin untersucht den gesamten Weg der Lernenden. Sie betrachtet Orientierung, Bedienbarkeit und Unterstützung und entwickelt Verbesserungen anhand von Gesprächen und Tests.

Hier treffen didaktische Fragen auf nutzerorientierte Gestaltung. Menschen aus Design, Medienpädagogik oder Nutzerforschung können dabei an vorhandene Erfahrungen anknüpfen.

Die Learning-&-Development-Spezialistin verbindet Lernen und Personalentwicklung

Nach der Einarbeitung geht die Entwicklung weiter. Welche Fähigkeiten braucht das Team im kommenden Jahr? Wer benötigt welche Unterstützung?

In Learning & Development, also der betrieblichen Personalentwicklung, stehen solche Fragen im Mittelpunkt. Je nach Stelle gehören dazu die Planung von Weiterbildungsangeboten, die Beratung von Führungskräften und die Auswertung von Maßnahmen.

Instructional-Design-Kompetenzen helfen dabei, Lernangebote fachlich zu beurteilen und gezielt weiterzuentwickeln. Für Menschen mit Erfahrung in Personalentwicklung, Training oder Organisationsarbeit kann das eine passende Vertiefung sein.

Die Bildungsprojektmanagerin hält die Zusammenarbeit zusammen

Währenddessen müssen Fachleute Inhalte liefern, Rückmeldungen abgestimmt und Termine eingehalten werden.

Die Bildungsprojektmanagerin koordiniert diese Arbeit. Sie behält Umfang, Zeitplan und Qualität im Blick. Didaktisches Verständnis hilft ihr, Entscheidungen nachzuvollziehen und zwischen den Beteiligten zu vermitteln.

Wer bereits Projekte organisiert oder Bildungsangebote betreut hat, bringt dafür wertvolle Erfahrung mit.

Welche Richtung passt zu dir?

In der Praxis überschneiden sich diese Rollen. In einem kleinen Team kann eine Person das Konzept entwickeln, den Kurs produzieren und das Projekt koordinieren. Größere Organisationen verteilen die Aufgaben möglicherweise auf mehrere Stellen. Die Berufsbezeichnung allein verrät deshalb wenig – entscheidend ist die Aufgabenbeschreibung.

Für deinen Einstieg hilft eine persönliche Frage: Welcher Teil dieser Arbeit macht dich neugierig? Möchtest du Lernprobleme verstehen, Medien gestalten, Lernerlebnisse verbessern oder Entwicklungsprojekte begleiten?

Unsere Weiterbildung für E-Learning und Instructional Design gibt dir Gelegenheit, diese Tätigkeiten an einem eigenen Projekt auszuprobieren. Dabei wird sichtbar, welche Stärken du mitbringst und welche Kenntnisse du für deine gewünschte Rolle noch brauchst.

Vielleicht beginnt deine nächste berufliche Richtung dann mit einer vertrauten Fähigkeit: Du kannst gut erklären, sorgfältig gestalten oder Menschen zusammenbringen. Instructional Design gibt dir einen Rahmen, daraus professionelle Lernangebote zu entwickeln.


Dieser Beitrag ist auch auf Amandas Substack erschienen.

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rosengarth@tavatech.org

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